Totgesagte leben länger…

… so auch unser Reisetagebuch 😃 Inzwischen ist etwas Ruhe in unser Leben eingekehrt und ich habe die Zeit gefunden, unser kleines Tagebuch mit weiteren Erinnerungen und Fotos zu füllen.

Seit unserem letzten Eintrag im Mai waren wir viel unterwegs. Wir waren Paragliden in den Rocky Mountains, wir haben die wunderschönen Nationalparks von Banff und Jasper gesehen, wir sind tausende Kilometer hoch in den Yukon gefahren, wo Menschen tatsächlich noch immer nach Gold suchen, wir haben uns in ganz wunderbare Menschen verliebt und neue Freunde gefunden, wir haben fast jede Nacht unfassbar schöne Nordlichter gesehen, wir waren bei einer Can-Can-Dance Show in Dawson City, eine Stadt, die zeitreisenartig wie aus einem Lucky-Luke Comic gefallen zu sein scheint, wir sind über den „Top of the World Highway“ (der heißt wirklich so) rüber nach Alaska gefahren und wären beinahe von einem grenzwertig humoristischem Grenzbeamten aufgehalten worden, wir haben gefährliche Abenteuer erlebt, von denen wir bis heute nicht mal unseren Eltern berichtet haben, wir haben Schwarz- und Braunbären gesehen, wir haben mehrere Moose gesehen (mit Moose bezeichnen die Kanadier das, was wir in Europa unter Elch verstehen würden, unter Elk hingegen verstehen die Kanadier eher das, was wir als Hirsch bezeichnen würden, macht Sinn, nicht?) und insgesamt haben wir einige der schönsten, unberührtesten und einsamsten Landschaften unseres Lebens gesehen. Außerdem gibt es hier oben viele Bäume… sehr sehr SEHR viele Bäume!!

Unsere nomadige Reisezeit ist nun erstmal vorüber. Wir wohnen jetzt bei einer Kanadischen Familie in Revelstoke. Sie haben uns ein Zimmerchen in ihrem Haus vermietet, so daß wir den Winter nicht im Auto verbringen müssen. Wir haben sogar für Ende November Jobs in einem Skiresort und in einem Outdoorladen in Aussicht. Unser Plan ist es nun, bis April nächsten Jahres bei unserer liebenswürdigen Gastfamilie zu wohnen, in Revelstoke zu arbeiten und etwas Geld zu sparen. Außerdem werden wir uns diesen Winter Gedanken machen, wie es mit unserem Leben ab April weitergehen wird. Vorschläge?

Bis unsere Arbeit beginnt, nutzen wir die Zeit, um die geistigen Verblödungen, die unweigerlich entstehen, wenn man monatelang ununterbrochen 24/7 auf engstem Raum aufeinanderhängt, aufzuarbeiten und unsere sozialen Fühler wieder nach Familie und Freunden auszustrecken. Während Isa zu einem kurzfristigen Besuch nach Deutschland ausgeflogen ist, nutze ich die Zeit, um Revelstoke schon einmal etwas näher kennenzulernen. Ich habe bereits ein Hockey-Spiel der Revelstoke Grizzlies gesehen, zukünftige Arbeitskollegen kennengelernt und feststellen müssen, daß man zu dieser Jahreszeit in Revelstoke keine Gebrauchtfahrräder mehr bekommt, weil ALLE Sainsonarbeiter, wie wir, im Herbst nach Gebrauchtfahrrädern suchen! Die letzten beiden schrottigen secondhand Räder, die es noch gab, sollten jeweils $800 und $1000 kosten. Da muß ich noch eine andere Lösung finden…

Vielen lieben Dank an Euch alle, die doch immer wieder mal hier reingeschaut und uns dann (zu Recht) ermahnende Nachrichten geschickt haben, unseren Blog wieder aufzupäppeln. In der kommenden Woche versuche ich, jeden Tag eine kleine Erinnerung und einige unserer atemberaubendsten Momente, wie zum Beispiel den Moraine Lake bei Sonnenaufgang, zusammenzufassen.

Also, bis bald 😘😘
Jonas und Isa

Sonnenaufgang am Moraine-Lake im Banff Nationalpark

Eine Antwort auf „Totgesagte leben länger…“

  1. Diese Bilder hauen mich einfach nur aus den Schuhen. Ich habe absolute Gänsehaut. Wie wunderschön und friedlich dort alles wirkt…

    Ich freue mich sehr zu lesen, dass es euch gut geht und freue mich über jeden weiteren neuen Eintrag!

    Ganz lieben Gruß von größten Fan aus Leipzig 😉

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