The Cameron Highlands – eine kleine Entdeckungsreise

Anfangs gefiel uns Tanah Rata, abgesehen von dem Mossy Forest, gar nicht so gut und wir hatten schon überlegt, wie in George Town gleich wieder die Flucht zu ergreifen. Aber nach und nach entdecken wir auf eigene Faust doch noch einige der wirklich schönen Ecken und wir schaffen es, uns für eine Weile in diesem wunderlichen Ort einzuleben. Es gibt viele Fotos und in einer Teezeremonie werden wir nicht vergiftet!

Tana Ratah und die nähere Umgebung, insbesondere der nördliche Ort Brinchang sind teilweise völlig verbaut. Die Lage des Ortes im Gebirge der Cameron Highlands ist eigentlich traumhaft. Aber das dachten sich meiner Meinung nach auch zu viele Leute, die sehr gerne sehr große Massenappartmenthäuser bauen. Diese wuchtigen Fronten bestimmen nun zu wesentlichen Teilen die Aussicht im Ort, wodurch der ursprüngliche Charme Tanah Ratas inzwischen etwas untergangen sein dürfte.

Es existieren dennoch eine Handvoll mehr oder weniger gut ausgeschilderte Wanderwege durch den umliegenden Dschungel. Auf den ausgeschilderten Wanderkarten wird im übrigen empfohlen, diese Wege nicht mehr zu spät am Nachmittag zu beschreiten, da es bei Dämmerung schnell dunkel wird oder es auch unerwartet regnen kann, so daß man unter Umständen gezwungen sein kann, die Nacht im Dschungel zu verbringen… klingt doch aufregend 😊

Auf einer unserer Wanderungen entdeckt uns ein Straßenhund und beschließt unsere Wanderung für eine Weile mit uns fortzusetzen. Er wird so anhänglich, daß er uns nach unserer Wanderung bis zu einem Cafe begleitet und dort noch eine Stunde draußen liegen bleibt, bis wir ihm dann wohl doch zu langweilig werden. Überhaupt ist die Tier- und Pflanzenwelt immer wieder faszinierend.

Im Übrigen war die Die BOH Tea Plantage, die wir nach den Mossy Forests noch besucht haben, auch recht spannend. Wir sehen die riesigen Tee-Felder, die sich über die Hügel spannen und teilweise in den Wolken liegend ein spektakuläres Bild bieten. Es waren auch allerhand fleissige Arbeiter und Arbeiterinnen auf den Feldern am Werk, die den Tee mit großen Scheren zurückschnitten und den frischen Tee zur Teefabrik brachten. Wir durften auch einen kurzen Blick in die Teefabrik werfen und beobachten, wie der Tee dort Schritt für Schritt zu fertigem schwarzem Tee verarbeitet wird. Die Maschinen in dieser Fabrik stammen teilweise noch aus der Gründerzeit und sind bis zu über hundert Jahre alt. Leider waren in der Teefabrik keine Fotoaufnahmen erlaubt, so daß wir das leider nicht dokumentieren konnten. BOH steht im übrigen recht unbescheiden für Best Of Highlands… wisst Ihr jetzt Bescheid, guter Tee!

Apropos Tee… nach ein paar Tagen mussten wir noch einmal die Unterkunft wechseln, da unsere Wohnung mit der schönen Aussicht leider nicht mehr für ein paar weitere Tage verfügbar war. Wir haben dann noch ein Zimmer in einem geteilten Appartment in einem ziemlich runtergekommenen Haus mieten können, in welchem wohl eher Einheimische als Touristen lebten. Das war an sich auch noch einmal sehr spannend, da diese Bude super muffig nach Durian und Schimmel gerochen hatte und Dusche und Klo uns einige Ekelüberwindungskünste abverlangten. Die Vermieterin unseres zweiten Appartments war aber super liebenswürdig und wir waren ihr im Rahmen unserer Möglichkeiten auch dankbar dafür, daß sie uns so kurzfristig überhaupt noch eine Übernachtung in Tanah Rata ermöglichen konnte, schließlich begann in diesen Tagen das Chinesische Neujahr. Da geht in den Cameron Highlands die Post ab, weil alle Menschen aus den umliegenden Städten, die das Chinesische Neujahr NICHT feiern, in dieser Zeit Urlaub nehmen und mit ihren Familien das Weite suchen. Um jetzt aber doch noch mal zum Punkt zu kommen, die Tochter unserer Vermieterin bot uns an, an einer traditionellen Chinesischen Teezeremonie teilzunehmen und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Ihre Familie ist chinesischen Ursprungs und Tee war wohl in Ihrer Familie schon immer ein wichtiger Bestandteil des Familienbusiness. So haben wir eine Menge über die chinesische Art und Weise der Zubereitung und der Darbietung von Tee gelernt. Der Tee wird in einer süßen kleinen Tonkanne für zwei drei Sekunden aufgebrüht und sofort in eine andere Kanne umgegossen. Der erste Aufguss wird nicht getrunken, der erste Tee wird nur dazu verwendet, um die Teeblätter zu öffnen und die Tassen und Gefäße aller Gäste vorzuwärmen. Dann wird der zweite Aufguß zubereitet, auch dieser zieht wieder nur für wenige Sekunden und wird in die zweite Kanne umgegossen. Aus dieser zweiten Kanne wird er dann jedem Gast zunächst in ein kleines zylindrisches Gefäß ausgegeschenkt. Dabei handelt es nicht um eine große Menge Tee, zwei drei Esslöffel vielleicht. Nun beginnt der Gastgeber damit, als erster den Tee zu verkosten. „Warum der Gastgeber?“ fragt uns unsere Gastgeberin. Und da dachte ich, stelle ich mal ganz frech eine Gegenfrage: „Is it a trust issue?“ Woraufhin sie entgegnet „In a way you can say that“. So bezeugt nämlich der Gastgeber, der im Übrigen immer von der höchsten Authorität am Tisch gestellt wird, daß der Tee nicht vergiftet ist. Die höchste Authorität ist in diesem Fall z.B. der Familienvater oder derjenige mit dem höchsten Einkommen oder dem angesehensten Beruf. Sorry Ladys, in ihrer Liste waren die weiblichen Formen nicht explizit enthalten. [An alle Hater-Feministinnen, die das jetzt hier lesen, bitte geht in die entsprechenden Länder und regelt diese Traditionen mit den Einheimischen selbst, wir halten uns da raus.] Sie sagte, man könne eben davon ausgehen, daß der Gastgeber am ehesten ein Motiv zum Vergiften hätte. Nun denn, sie hat uns aber doch noch glaubhaft von der Bekömmlichkeit ihres Tees überzeugt und uns gezeigt, wie man den Tee mit der ihm gebührenden Anerkennung genießt. Das eigentliche Trinktässchen wird über den Zylinder gestülpt und dann umgedreht, wodurch der Tee in die Tasse fliesst. Dann kann man an dem Röhrchen schnuppern, das ist der Moment wo dann die Wein-… äh Teekenner Aaah und Oooh sagen dürfen, denn der Tee duftet wunderbar. Dann, endlich, darf man den Tee trinken. Das Tröpfchen schmeckt sehr gut. Ein guter Tee kann drei-, vier-, fünfmal aufgegossen werden und er entfaltet bei jedem Aufguß einen etwas anderen Geschmack, wobei der zweite Aufguss zum Trinken immer der stärkste ist. Aber bestimmte Tannine und Geschmackstoffe lösen sich wohl erst mit der Zeit in den späteren Aufgüssen, so daß diese nicht uninteressant sein müssen. Wenn man mehrere Tees in einer Zeremonie trinkt, beginnt man auch hier vernünftigerweise mit dem mildesten Tee und geht dann zu den krasseren Sorten, zum Beispiel einem Pu-Erh-Tee, über. Das war ein sehr spannender Abend, wir haben viel gelernt und unsere Gastgeberin behauptete, auch von uns viel gelernt zu haben. So sind wir zufrieden in unser muffiges Zuhause gegangen.

Der Umzug in das seltsame runtergekommene Haus hatte aber auch seine Vorteile. So entdecken wir ein malayisches und ein indisches Restaurant welches offensichtlich wohl nur von den Einheimisches besucht wird. Die Leute dort sprachen auch so gut wie gar kein Englisch, aber mit Händen und Füßen schafften wir es dann auch dort etwas zu bestellen. Das indische Restaurant wurde für die verbleibenden Tage mein absolutes Lieblingsrestaurant, ich habe noch nie so viele so gute Rotis gegessen.

Schließlich nehmen wir den Bus in die große Stadt, welche unsere Endstation in Malaysia darstellt: Kuala Lumpur! Dazu demnächst mehr 😊

6 Antworten auf „The Cameron Highlands – eine kleine Entdeckungsreise“

  1. Die Bilder begeistern mal wieder total. Der Wasserfall ist wunderschön und ihr sehr glücklich entspannt aus. 😉

    Lieben Dank für’s teilen eurer Erlebnisse. Ich freue mich auf den nächsten Bericht.

  2. Excellent stories guys, super entertainment for us sorry sods stuck in good ol‘ Julich! Happy to see you’re having so much fun over there!

    1. Thank you so much, Carel!! We are still 3 weeks behind in writing… Problem is, we spend too much time sitting under palms at beaches, enjoying unbelievably fruity mangos or coffee with banana bread… And we are not yet talking about the epic Philippine eggplant omelette 🍆🍳 I know, it’s a burden and we just protect you from seeing our suffering. Enjoy rainy deutschland and send our regards to all beloved office mates!

      1. Will do. And thank you for protecting us from all this discomfort you guys have to deal with on a day by day basis! Your hardships would really spoil our appreciation of the wonderful Casino food, not to mention the joy of being out there in the wind swept and rain pelted plains of NRW.

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