The Cameron Highlands – Ankunft und Besuch des Mossy Forests

Nach dem kurzen aber intensiven und hitzigen Aufenthalt in George Town auf Penang sind wir mit dem Bus tiefer ins Land in die Cameron Highlands gefahren. Hier erhoffen wir uns etwas Abkühlung und vor allem wieder mehr Natur. Malaysia macht es uns aber auch hier nicht leicht. Denn bereits die Fahrt in die Cameron Highlands sowie die Gegend um Tanah Rata lösten mit den atemberaubenden Wäldern und dem Gebirge aber gleichzeitig mit der großflächigen Rodung ebenjener bei uns sehr gemischte Gefühle aus.

Es ist der 31. Januar. Unsere Fahrt nach Tanah Rata im Bus ist mal wieder recht anstrengend, die Strecke in den Bergen ist serpentinenreich und der Busfahrer gibt alles. Immerhin ist der Bus sauber, dafür sorgt allein schon das Schild an der Bustür… genau unser Humor:

Keep clean. This is not coffee shop

Auf der Fahrt selbst bekommt man allerhand verwunderliche Sachen zu sehen. Auch wenn wir ab und zu mal mal sagen, ‚hier in Asien wundert uns gar nichts mehr‘, so erleben wir hin und wieder im Vorbeifahren doch ein paar erstaunliche Dinge. Man sollte zum Beispiel annehmen dürfen, daß eine Stadt wie George Town eigentlich kein guter Ort für Kühe ist. Ob man dann das hier trotzdem als Freilandhaltung durchgehen lassen kann?

Wer sagt Kühe leben auf dem Dorf?

Oder es kommt irgendwo in der Pampa noch mal ein verschwurbelter Tempel vorbei, mit dessen Anblick man einfach nicht gerechnet hat.

Isa hat uns in Tanah Rata ein schönes Zimmerchen in einem geteilten Apartment gemietet, wo wir im Laufe des Abends ankommen. Wir unterhalten uns noch fröhlich bis tief in die Nacht hinein mit den beiden gutgelaunten Mitbewohnern Johannes und Maximiliana. Unsere lustige nicht enden wollende Unterhaltung wurde allerdings dann spät nachts von den anderen beiden, leider recht schlechtgelaunten britischen Mitbewohnerinnen unterbrochen, da diese meinten schlafen zu müssen… ja nun… 😉 WG-fairness geht vor, also gehen wir auch mal schlafen. Am nächsten Morgen entdecken wir noch zu unserer freudigen Überraschung, daß unsere Wohnung einen süßen Balkon mit einer wahnsinnspostkartengleichen Aussicht hat.

Schönste Frühstücksaussicht auf den Dschungel!

Gleich nach dem Frühstück nehmen wir an einer geführten Tour zum Mossy Forest und zur BOH Tea Plantage teil. Der Mossy Forest ist ein uralter ganz ursprünglicher Wald, der nur in großen Höhen um die 2000m und höher gedeiht. Der Wald ist bedingt durch die Höhe und die Lage im Gebirge meistens immer sehr feucht aber auch sehr kühl. Hier ist so gut wie jede Oberfläche und jedes Ästchen mit verschiedensten Moosen bewachsen. Die Bäume wachsen extremst langsam, laut unserem Guide nur etwa 1cm pro Jahr. Dadurch lässt sich auch das extrem hohe Alter des Waldes und einzelner Bäume schätzen, welches wohl über einige tausend Jahre hinausgeht. Durch die Moose, welche den Boden bis zu einigen Meter dick bedecken, hat der Wald natürlich auch seinen Namen. Unter Anderem sind hier z.B. auch die bekannten insektenfressenden Kannenpflänzchen beheimatet.

Es ist nicht verwunderlich, daß der Wald durch den zunehmenden Tourismus und der stärkeren Landwirtschaft inzwischen große Schäden genommen hat. Ein Problem sind zum Beispiel ignorante Touristen, welche auf eigene Faust durch den Wald klettern, wild irgendwelche Pflanzen für einen Selfie ausreisen und auf den federnden Moosen Trampolin springen. Das mag den Schurken vielleicht Spaß machen, aber wie uns unser Guide sehr anschaulich gezeigt und beschrieben hat, ist das für den Mossy Forest kein nachhaltiges Vergnügen. Es dauert wohl viele Jahre, bis sich das meterdicke Moos von den Trampelschäden erholt. Inzwischen wird der Wald zumindest teilweise durch intensive Naturschutzmaßnahmen von vernünftigen Initiativen geschützt. Das heißt, unkontrollierte Rodung, sowie die freie Begehung durch Touristen wie uns, ist glücklicherweise nicht mehr so ohne Weiteres, wie wohl noch vor einigen Jahren, erlaubt. Außerdem wird zur Zeit eine feste Holztreppe für Besucher durch den Wald gebaut, so daß man in Zukunft gar nicht mehr über die Moose laufen darf/braucht. Wir waren sehr dankbar dafür, diesen atmosphärischen Wald aus nächster Nähe erleben zu dürfen.

8 Antworten auf „The Cameron Highlands – Ankunft und Besuch des Mossy Forests“

  1. Eure Bilder vermitteln die atemberaubend Atmosphäre des Mossy Forest sehr gut. Ich hab eine Doku über diesen Wald und die Kannenpflanzen gesehen, phantastisch! Schön, dass ihr dies alles live erleben könnt, ich freue mich für euch!!

    1. Danke Petra 🙂 ich bin mir sicher, dir hätte es auch sehr gut gefallen. Du müsstest uns mal besuchen kommen!

  2. „Danke Julia! Lieb von Dir 🙂 Dann schreiben wir natürlich gleich noch etwas mehr 😋“ …. Schrieb er vor 8 Tagen und der neugierige Leser wartet noch immer auf das „etwas mehr“ 😜

    1. Das schrieb er wohl… Hatse ja recht, die Julia! Aber es gibt ein Update, guck mal nach. Und Dankeeeee trotz allem für deine Neugier und dein Interesse, so schreibe ich gerne für euch und für uns 🙃

  3. Toll, was ihr Beiden so macht und erlebt. Danke, dass ich durch eure Beiträge teilhaben kann.
    Weiterhin alles Gute für euch
    Ralph

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