George Town: Einmal hin und schnell wieder weg…

Es ist Montag, der 28. Januar, unsere Zeit in Thailand nähert sich ihrem Ende. Unser Visum läuft aus und wir haben beschlossen, es auch nicht zu verlängern, sondern weiterzureisen. Unser nächstes Ziel lautet Malaysia, genauer gesagt, George Town auf Penang.

Von Koh Phayam aus machen wir also einen etwas größeren Sprung, wir nehmen das 14 Uhr Slow Boat vom Hafen in Koh Phayam rüber nach Ranong. Begleitet werden wir auf der Überfahrt übrigens von Benita, eine rastlose Seele, die unser beider Herzen in der Nattida Bar erobert hat und nun zufälligerweise mit uns zusammen die Insel zur Weiterreise verlässt.

Isa im Fahrtwind…

In Ranong essen wir zu dritt noch eine Kleinigkeit in einem kleinen Thai-Restaurant am Hafen und dann trennen sich unsere Wege auch schon wieder. Benita hitchhiked sich mutig ihres Weges weiter durch die Welt und wir nehmen ein rotes Sammeltaxi zum Bushof in Ranong.

Der Bushof in Ranong…

In diesem Bushof gibt es zwar schon Schalter an denen man Tickets für Busse zu allen möglichen Orten in und außerhalb Thailands kaufen kann. Aber ausgerechnet die Tickets nach Hat Yai muß man in einem Kiosk in einem nahegelegenen Gebäude kaufen… das ist doch nicht so schwer zu verstehen, oder? 😉 Gut, daß uns eine hilfsbereite Dame von einem der vielen Schalter den Weg zu besagtem Kiosk gezeigt hat:

Suchbild: Finde den vertrauenswürdig aussehenden Kiosk, der Bustickets nach Hat Yai verkauft. Kleiner Tip, der Eingang ist nicht gelb eingerahmt, es gbt aber einen Kühlschrank…

Wir springen noch einmal kurz in einen kleinen Supermarkt, um uns für die bevorstehende Fahrt mit Snacks und Wasser einzudecken. Dort entdecken wir den Beweis, daß Thailand doch von Katzen regiert wird:

Katzen dulden uns in ihrer Behausung…
Leckeren, freundlichen und sicheren Kaffee gibt’s bei Cops Cup

Anschließend sammeln wir noch einmal unsere ganze Kraft mit einem Cappuccino bei Cops Cup, gratulieren der Mama per Videochat zum Geburtstag und setzen uns dann in den Nachtbus nach Hat Yai. Dort kommen wir nach 7 Stunden Fahrt morgens gegen 4 Uhr an der Busstation an. Diese Fahrt war gar nicht mal so angenehm, es war eng, die Klimaanlage verwandelte den Bus in einen Umluftkühlschrank, viele Mitfahrer scheuten nicht davor zurück, lautstark Videos auf ihren Handys zu gucken und irgendein Widerling hat während der Fahrt Durian oder eine ähnliche Stinkfrucht gegessen. In Hat Yai lassen wir uns wieder im Gruppentuktuk zum Bahnhof bringen. Von Hat Yai haben wir außer den Bahnhof im Dunkeln leider nicht viel gesehen. Um etwa 6 Uhr macht der Bahnhof endlich seine Pforten auf und wir kaufen uns ein Ticket nach Padang Besar der Grenzort in Malaysia. Die Fahrt dauerte dann auch nur so um die zwei Stunden und war, abgesehen von einer alten Frau, die mir nichts dir nichts ihre Mülltüte aus dem Fenster warf, recht ereignislos. Leider ist in Thailand und auch in Malaysia die Einstellung vieler Menschen zum Müll genau diese. Gerade Plastikmüll ist hier an Land, im Meer und am Strand ein Riesenproblem und hat unsere Reise bis jetzt kontinuierlich begleitet. Wir geben uns lieber keinen Illusionen hin, daß das noch einmal aufhört. Vielleicht schreiben wir die Tage auch mal, wie wir versuchen auf unserer Reise so wenig Plastikmüll zu erzeugen. Es ist nämlich nicht leicht, manchmal gibt es trinkbares Wasser einfach nur in Plastikflaschen und bei Einkäufen verpacken einem die Menschen gerne alles doppelt und dreifach in Plastiktüten.

In Padang Besar angekommen, lassen wir uns zunächst am Bahnhof von thailändischen Beamten einen Stempel in den Reisepass drücken, der bestätigt, daß wir Thailand verlassen haben, gehen durch drei Meter Niemandsland um die Ecke und lassen uns von malaischen Beamten einen Stempel in den Pass drücken, der bestätigt, daß wir nun in ihr Land eingereist sind und müssen unser Gepäck röntgen lassen. Dann kaufen wir uns das nächste Zugticket nach Butterworth, der Küstenort vor Penang. Ich muß aufs Klo! Das ist soweit eigentlich nichts Erwähnenswertes, aber während ich noch im Bahnhof von Padang Besar das Klo suche, es nach einigem Rumgelaufe auch finde und mir klar wird, daß ich noch kein Malaisches Geld habe, um die vor dem Eingang zur Toilette wachende Frau zu bezahlen, wird mir auch klar, daß ich keine Zeit mehr habe, um jetzt noch einen Geldautomaten oder eine Wechselstube aufzusuchen. Die Frau muß die Not in meinem Blick gesehen haben und akzeptiert auch meine restlichen thailändischen Baht. Hätte sie diskutiert, hätte sie meinen Notfall 50 Euroschein bekommen und ich hätte mich gewaltsam an ihr vorbeigedrängt, inzwischen lief mir der Schweiß in die Augen. Ich erreiche das Klo in buchstäblich letzter Sekunde und mein Körper erklärte mir ausgiebigst, warum das Essen im Hafenrestaurant doch nich so dolle war.

Denk ich so, puh ok, überstanden, gutes Timing, es war zu diesem Zeitpunkt auch schon egal, daß es auf dieser Toilette überhaupt kein Toilettenpapier sondern nur einen Wasserschlauch gab. (Dieser Wasserschlauch mit Miniduschkopf ist in Thailand und Malaysia im Übrigen auch nicht unüblich, Isa nennt ihn liebevoll die „bum gun„). Naja, es ist warm, alle schwitzen, niemand wundert sich über Wasserspritzer auf der Hose und den Schuhen, hauptsache man lebt! Ich lerne auf unserer Reise noch die wesentlichen Dinge des Lebens zu schätzen… *zwinkersmiley*. Als wir unsere Reise nach Butterworth fortsetzen, bekomme ich im Zug Bauchweh, nehme eine Loperamid und schlafe friedlich ein.

Im Kopf mittlerweile ziemlich matschig erreichen wir nach insgesamt mehr als 24 Stunden Fahrt um die Mittagszeit Butterworth. Isa macht ein australisches Pärchen ausfindig, welches sich hier gut auskennt. An die beiden hängen wir uns dran und finden die Fähre nach George Town im Sauseschritt. Es ist fast schon schmerzhaft heiß und feucht in George Town und wir schaffen die paar hundert Meter zu unserem Gasthaus (Vintage House) gerade noch so zu Fuß. Cheah, die Besitzerin unserer Unterkunft ist die fleischgewordene Gastfreundlichkeit in Person, sie erzählt uns ausgiebigst, was man in George Town und auf Penang alles besuchen und erleben sollte, malt uns die wichtigsten Adressen in der Karte an, sie erläutert uns die verschiedenen Buslinien und welche Strände wir unbedingt besuchen sollten, sie diskutiert unnachgiebig mit uns, daß wir uns schnellstens eine malaische SIM-Karte kaufen sollen, damit könnten wir schliesslich ‚grab‘ benutzen und das mache den Transport im Vergleich zu Taxis und öffentlichen Verkehrsmitteln (die auch schon unglaublich günstig sind) umso vieles günstiger, daß wir die Kosten für die SIM-Karte sofort wieder raus hätten und sie lässt sich unsere Nummer geben und schickt uns ungelogen 50(!) Whatsapp-Nachrichten mit Fotos und Adressen von tollen Restaurants in der Nähe, daß wir immer noch kein malaisches Geld haben, ist kein Problem, wir sollen einfach später zahlen, sollten wir Wäsche zu waschen haben, erklärt sie uns die Waschmaschine, sie würde die Sachen dann für uns aufhängen… erschöpft legen wir uns für den Rest des Tages ins Bett.

Wir erkunden in den kommenden zwei Tagen Little India und Chinatown und erleben spannendes Essen. Uns war auch nicht bewusst, daß so viele Inder in Malaysia leben. Aber die unzähligen indischen Restaurants beweisen es und, BOAH, sie können kochen! Und wenn sie kochen und braten wird mit Gewürzen nicht gespart. Der Geschmack ist unbeschreiblich, es ist irre intensiv, teilweise sehr scharf und es gibt immer wieder geschmackliche Überraschungen. Wir können auch nur einen Bruchteil der verwendeten Zutaten beim Namen nennen. Wen Essen interessiert, der muß hierherkommen! Es ist bei den Indern üblich nur mit der rechten Hand zu essen, die linke gilt im Allgemeinen als unrein (das steht auch ohne Begründung in einigen Reiseführern, aber ich vermute, es besteht ein gewisser Zusammenhang zur bum gun, den die wird in der Regel mit der rechten Hand bedient; für die Bilder in eurem Kopf bin ich nicht verantwortlich… Ich sage nur so viel, in diesen Ländern ist Händewaschen DANACH absolute Pflicht).

Sehr beeindruckt hat uns auch The Jetty Foodcourt. Das ist eine große Markthalle mit vielen kleinen Kochständen und verteilten Sitzgelegenheiten. Die Auswahl an verschiedensten Küchen ist einfach überwältigend und wir hätten hier einige Wochen essen gehen können, ohne irgendein Gericht doppelt zu bestellen.

Es gibt manchmal Hinweisschilder, die muß man zweimal lesen… aber die sind durchaus ernst gemeint.

Gut, daß es nochmal deutlich gesagt wird… Einfach mal nirgenwo hinspucken!

Ansonsten hat George Town eine schöne Straßenkünstlerszene, es gibt tolle Grafitti und witzige Streetart. Es gibt hier viel zu entdecken und die Menschen sind Fremden gegenüber meistens immer sehr freundlich und hilfsbereit.

Außerdem hätten wir um ein Haar 4 kleine Kitten adoptiert…

Leider bekamen wir in George Town wegen der starken und den ganzen Tag über andauernden Hitze einen Ausraster und haben die Insel nach zwei Tagen Hals über Kopf wieder verlassen und sind mit dem Bus in die Cameron Highlands nach Tanah Rata gefahren. Von dem Umland auf Penang haben wir deshalb noch nichts gesehen, diese Insel verdient aber definitiv eine zweite Chance.

5 Antworten auf „George Town: Einmal hin und schnell wieder weg…“

  1. Ja, wenn wir es nicht zwischendurch vergessen, uns etwas zu Essen zu besorgen… Es ist inzwischen eiserne Regel, wenn wir anfangen, uns in die Haare zu kriegen, gehen wir sofort etwas essen. Danach wissen wir meist gar nicht mehr, warum 😂

  2. Meine Kollegin die Frauke fragt ob ihr die Katze aus denn Regal mitbringen könnt weil die so plüschig ist.
    Habe ich lieb

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