Bangkok – Ach Du Hilfe…

Bangkok hat mich die ersten Tage einigermaßen erschlagen! Ich hatte ja schon damit gerechnet, daß es krass wird, aber ich hatte einfach keine Vorstellung, was da wirklich auf uns zukommen würde.

Wie können Menschen hier leben? Also, wie leben die Menschen hier? Das ist die Frage, die mich seit unserer Ankunft fasziniert. Diese Stadt löst zumindest in mir ein sehr zwiespältiges Gefühl aus. Einerseits ist sie offensichtlich total *’§%$#!^’*, unfassbar ranzig, stressig und laut und ein fleischgewordendes Verkehrschaos aus Rollern, getunten Tuk-Tuks mit rundum LED-Beleuchtung und höllisch lauten Bussen aus denen es derartig rußt, daß man die Abgasdiskussionen in Europa für absoluten Luxus hält. Andererseits hat Bangkok einen ganz eigentümlichen Charme und wir haben tatsächlich recht viel Spaß dabei, die Stadt zu erkunden und auf uns wirken zu lassen.

Unsere Ankunft

Wir sind am Dienstag am frühen Nachmittag in Bangkok gelandet, der Flug ging 11 zermürbende Stunden. Vom Flughafen sind wir dann direkt mit dem Airport Rail Link nach Bangkok gefahren und dann mit der Metro weiter bis zu unserem Hostel. Wir haben ein recht süßes kleines Hostel für unsere ersten Tage hier in Bangkok gefunden, es heißt Siamaze. Das Hostel liegt etwas außerhalb des touristischen Zentrums. Unser Zimmer ist riesig und sehr sauber, also hier können wir uns schon mal wohlfühlen.

Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind erstaunlich angenehm. Wir nutzen diese ersten Tage, um in Thailand anzukommen und uns einen ersten Plan zu machen. Wir bleiben bis Samstag in dem Hostel und werden dann weiterreisen. Dazu später mehr… von einer Sache möchte ich allerdings doch noch etwas ausführlicher berichten:

Der Gestank

Kaum in der Stadt angekommen, passierte es uns. Wir riechen diesen Teil von Bangkok. Als ich das erste Mal diesen Geruch wahrgenommen habe, dachte ich WAS IST DAS WAS IST HIER LOS HIER STIMMT WAS GANZ GEWALTIG NICHT KANN HIER BITTE JEMAND MAL SOFORT NACHGUCKEN WO DAS HERKOMMT??!? DIE POLIZEI VIELLEICHT ODER JEMAND DER SICH MIT LEICHEN AUSKENNT??

Es gibt hier in Bangkok überall Entwässerungskanäle (sogenannte ‚Khlongs‘), die offensichtlich auch zur Müllentsorgung und für Abwässer aller Art verwendet werden. Wenn man das erste Mal in seinem Leben diesen grauenerregenden Geruch wahrnimmt, ist es ein Schock! Ich hätte mir vorher nicht ausmalen, wie es sich anfühlt, so etwas riechen zu müssen. Eine Mischung aus U-Bahn-Pipi, verrottendem Fisch und Klärgrube kommt der Sache noch lange nicht nah genug. Das verrückte daran ist, daß man zwei Meter weitergeht und der Gestank ist weg. Erst eine Weile später entdeckte ich einen dieser Kanäle und damit war die Ursache auch gleich klar.

Wer die Scheibenweltgeschichten kennt, muß beim Anblick und Geruch dieser Kanäle unweigerlich an die Ankh denken. Spätere Recherchen haben mir bestätigt, daß dieser Schock für nichtsahnende Neuankömmlinge wie uns völlig normal ist und daß man sich mit der Zeit an diese Gestanksohrfeigen gewöhnt. Ich hätte es am ersten Tag noch nicht glauben können, aber inzwischen können wir den Gestank einfach ignorieren und weitergehen, der Gestank kommt in der Regel nicht mit.

Das Essen

Gleich am ersten Abend nachdem wir im Hostel angekommen waren, wollten wir noch eine Kleinigkeit essen gehen. In der Nähe unseres Hostels gibt es ein vietnamesisches Restaurant, das war leider schon mal ein Riesenreinfall. Das Essen war leider unfassbar schlecht, das Fleisch schmeckte schon etwas seltsam und der Reis war knochentrocken. Ich konnte außer zwei drei Bissen nichts reinkriegen. So fing unser Start in Thailand ziemlich schwierig an. Isa hat mir aber viel Mut gemacht und mittlerweile haben wir schon einige sehr sehr gute Mahlzeiten bekommen und ich liiiebe das thailändische Essen.

Kaffeeoasen

Es gibt hier und da versteckt ganz süße kleine Cafes. Jetzt gerade zum Beispiel sitzen wir im „A lot like Love“. Auch zwischendurch mal einen guten Cappuccino bekommen zu können, hält unseren Mut aufrecht, unsere Reise fortzusetzen 🙂

Stromkabel

Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie die Stromversorgung in dieser Stadt funktioniert, aber seht selbst:

Diese strukturierten Überlandleitungen zieren das Stadtbild

6 Antworten auf „Bangkok – Ach Du Hilfe…“

  1. Welcome to Bangkok! Es sei gesagt, dass sich Bangkok nochmal abhebt von anderen thailändischen Städten. Aber „abgefuckt“ trifft es im Großen und Ganzen schon ganz gut. (:

    Wenn ihr danach in den Norden reisen wollt, empfehle ich euch ganz herzlich Ayuttayah, dort gibt es unzählige alte und schöne Stadtruinen. Ist für umgerechnet 2€ mit dem Zug erreichbar. Dort bei gutem Wetter mit dem Fahrrad erkunden ist der Geheimtipp.

  2. Ach was hab ich gelacht. Ich höre regelrecht die jonassche Empörung über den Geruch, wenn ich den Text lese. Zu schön 😉 Und was hast du da im Gesicht? 🙂

    Ich freue mich, dass ihr so gut angekommen seid und freue mich auf viele weitere, spannende Reiseberichte.

    Auf dem Weg nutze ich auch gleich noch die Gelegenheit euch, Petra, Ralf, Marius und Hanna ein gesundes neues Jahr zu wünschen. 🙂

  3. Bei den Kabelkonstruktionen auf Kreta habe ich mir auch schon gedacht „Einmal Starkregen und die halbe Stadt sitzt im Dunkeln.“

    Aber falls das passiert, denke ich ihr kommt damit zurecht, zumindest Isa ist ja regelmäßige Stromausfälle gewohnt. #eastnwesttruelove

  4. Das mit der Kabelkonstruktion ist auch nicht viel schlimmer als bei uns im Labor. Geht eins kaputt, legt man einfach ein Neues dazu >.<… Und die stinkenden Stellen kann man nutzen, um heimlich selbst noch ein paar faulige Gase dazuzugeben =).
    Hey, ich freu mich, dass ihr gut angekommen seid und dass ihr nicht ohne guten Kaffee seid! Ihr seht gut aus – fast ausgeschlafen ;o). Ich wünsch euch noch ganz viel Spaß!

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